Tag 8: Windhoek & Abflug
Nach drei Stunden Schlaf werden wir geweckt. Das Packen der Habseligkeiten wird zur Qual, die selbst die Dusche nicht lindern kann. An der Rezeption treffen wir einen Reisenden aus Haltern bei Münster, der ebenfalls wie wir zum Flughafen will. Er hat allerdings kein Fahrzeug, sondern versucht per Sammeltaxi dorthin zu gelangen. Das funktioniert nicht, sein Taxi kommt nicht an. Kurzerhand laden wir ihn ein, mit uns zu fahren. So sitzen wir kurze Zeit später zu dritt im Fahrzeug und fahren Richtung Flughafen. Nach kurzem Tankstop irren wir noch etwas durch Windhoek, um die richtigen Abzweigungen zum Flughafen zu finden. Bald lassen wir Windhoek hinter uns, und ein riesiger Lastwagen 'Road-Train' liegt verunfallt im Straßengraben bzw. angrenzendem Tal. Uns wird mulmig und wir wissen nicht, ob wir anhalten sollen, da auch Personen an dem Wrack stehen. Glücklicherweise ist ein paar hundert Meter später eine Polizeisperre auf der Strasse. Dem Polizisten melden wir den Unfall. Der wusste schon bescheid und erklärte, das Wrack würde nur bewacht wegen Plünderern.
Am Flughafen muss noch schnell der Wagen abgegeben werden und die Souveniers gewichtbalanciert auf unsere Taschen verteilt werden. Ersteres läuft wider erwarten sehr gut. Wir müssen lediglich drei Euro für das Nachtanken bezahlen. Die Abfertigungskapazität korreliert in keiner Weise mit der Sitzplatzanzahl eines Airbus 330. Unseren 'final boarding call' hören wir in der Warteschlange vor der Passkontrolle. Auch vor dem Sicherheitscheck muss nochmals lange gewartet werden. Unklar ist warum, denn niemand schaut auf den Monitor der Röntgenanlage, der Laptop kann in der Tasche bleiben. Auch bleiben meine Namibian-Cents-Münzen in meiner Hosentasche unberücksichtigt, die den Metalldetektor auslösen. Nach dem wir nun endlich auf das Rollfeld laufen dürfen, finden wir auch schnell unser Flugzeug. Nein, AirNamibia fliegt keine Ziele in den USA an.
Im Flugzeug herrscht Chaos. Einige handschriftliche Board-Karten sind offenbar doppelt vergeben worden. So auch unsere. Wir werden von den freundlichen Stewardessen auf einen der 'XXL-Sitze' umgeleitet. Trotz viel Beinfreiheit lullt mich die Schlaftablette ein und die ersten sechs Stunden des Fluges werden verschlafen. Auch nach dem Nachmittagsessen nicke ich immer wieder ein.
sqeezer (Apr 25, 2007 - 12:16 PM / vor 1 Jahr(en) 20 Tag(en) geschrieben)
Tag 7: Solitaire und Dünenmeer
Die Nacht ist wenig erholsam, da die Temperaturen im aufgeheizten Steiniglu nicht unter 30°C fallen und der Ventilator deutlich lärmt und klappert. So sind wir früh und unausgeschlafen aufgestanden und checken direkt nach dem Frühstück aus. Die lose Steinpiste führt uns weiter nach Süden in Richtung Solitaire. Das ist im Wesentlichen eine Tankstelle mit einem kleinen Shop. Wir nutzen die Benzinquelle und fahren weiter nach Sossusvlei. An der Naturparkgrenze müssen wir wie gehabt ein Permit erwerben. Der Schwindel, dass wir aus Südafrika seien, reduziert den Eintrittspreis diesmal nicht. 13 Euro wechseln den Besitzer und wir fahren auf einer frisch geteerten Nebenstraße in das Dünenmeer. Im Sossusvlie Canyon fahren wir rund 50km nach Westen, die monströsen Dünen nehmen das Tal immer enger in die Zange. Bemerkenswert ist insbesondere die rostbraune, fast rote Farbe der Sanddünen. Ihr Sand ist sehr fein, jedoch etwas gröber als Saharasand. Am Ende der Straße liegt ein kleiner Parkplatz, von dem aus eine 4x4 Piste auf die Salzpfanne führt. Der Track sieht für unseren Golf fahrbar aus. Jedoch wollen wir bei >45 Grad Aussentemperatur keine Experimente starten und nutzen den Dünenfuß als obligatorisches Fotoszenario, denn unser Lonely Planet Führer hat eine Szene aus dieser Region als Covermotiv.
Die Rückfahrt ist unproblematisch und führt uns ab Maltahöhe endlich wieder über eine Asphaltstraße. Entsprechend gut kommen wir voran und nehmen Kurs auf Mariental und Windhoek. Ab Kalkrand wird es dunkel. Die ansonsten fahrzeugleeren Straßen sind heute gut frequentiert. Es gibt sehr viel Verkehr, anfangs nur aus Richtung Windhoek, später in beiden Richtungen. Überholen war in den letzten Tagen in Ermangelung von Verkehr praktisch nicht notwendig oder gar schwierg. Das ist heute anders. Oft haben die Fahrzeuglenker keine Sorgfalt bei der Justierung ihrer Scheinwerfer walten lassen. Diese strahen gerne mal in den Himmel oder auch direkt in den Gegenverkehr, andere fahren trotz Dunkelheit und Regen gleich ganz ohne Licht. Das enerviert die Moral auf der letzten Fahretappe.
Das Kalahari Sands Hotel bietet uns eine Übernachtungsmöglichkeit. Wir machen eine kurze Runde durch die unspektakuläre vier Sterne Schlaffabrik, bevor wir am Buffet die lokale Fauna dezimieren. Die Nacht wird sehr kurz, da wir rechtzeitig am Flughafen sein wollen, auch muss der Mietwagen noch zurückgegeben werden.
Dennoch ist Zeit für ein kleines Resumee. Wir haben in einer Woche knapp 5000km mit dem Golf absolviert. Dabei haben wir die wesentlichen Sights des Landes erkundet. Darüberhinaus haben wir einen Abstecher zu den Fällen nach Sambia unternommen. Im Prinzip eine empfehlenswerte Route. Einzig die morgendliche Route durch den Etosha-Park und die Besichtigung der Touristenorte Swakopmund uns Walvis Bay hätten wir uns sparen können. Insbesondere Swakopmunds bizarre deutsche Kolonialprägung wirkte auf uns abstoßend. Die dumpfe Deutschtümelei muss man mögen. Auch ist der Unterhaltungszirkus mit Sandboarding, Quodtrails, Paragliding usw. für gelangweilte Wohlstandsweisse obsolet. Der Leihwagen hat auf der Strecke gelitten. Der Reifen vorne rechts hat aussenseitig kein Profil mehr. Der Auspuff hat deutlich Rostfarbe angenommen, die Bremsen quietschen durch den eingedrungenen Sand und Staub. Die Türdichtungen des Fahrzeugs, insbesondere die Heckklappendichtung sind undicht. Daher gelangt bei der Fahrt über Piste ein Teil der Staubschleppe in das Fahrzeug. Das ganze Fahrzeuginterieur hat im hinteren Teil einen aschgrauen Staubschleier. Die Pistenoberfläche war nicht gut für das Fahrwerk. Die unzähligen aufgeschleuderten Kiesel haben alle Stellen des Unterbodens malträtiert, demensprechend sieht der auch mitgenommen aus. Immerhin haben die Reifen gehalten und bislang hatten wir keinen Platten. Zwei der Reifen sollten jedoch dringend getauscht werden.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:08 AM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 6: Naukluft Park
Wir kehren nach Swakopmund zurück. Nach dem notwendigen Tankstop fahren wir nach Walfisbay. Wie auch Swakopmund ist dies ein touristischer Ort, dessen angeblicher Charme sich uns nicht erschließt. Wir biegen also direkt nach Osten in Richtung Inland bzw. Namib ab. Die Piste ist gut und wir kommen schnell voran. Nach rund 30km wird die Piste schlechter und die beschriebenen Probleme mit der Wellblechstruktur dominieren das Fahrgeschehen. Die Landschaft ist eine florafreie Steinwüste. Es wird jedoch zunehmend grüner. Abwechslung in der kargen Landschaft bieten nur ein paar Strausse, die in der Distanz die wenigen Gräser zupfen. Wir nähern uns dem Kuiseb Pass. Hier bietet sich in der untergehenden Sonne eine großartige Szenerie, die wir nicht richtig genießen können, da noch viel Distanz mit den letzten Sonnenstrahlen absolviert werden muss.
Als die Dämmerung vorbei ist, haben wir es fast bis Solitär geschafft. Im Dunkeln sind die Pisten aufgrund der Dünenform mit steil ansteigenden Hängen und uneinsehbaren Abhängen danach nur schlecht zu befahren. Der Lichtkegel des Fahrzeug leuchtet entweder in einen Dünenberg oder in den Nachthimmel. Glücklicherweise kollidieren wir mit keinem der wilden Kamele die am Wegesrand dösen. Wir kehren schließlich im Rostock Ritz ein. Dies liegt ein paar Kilometer ab der Piste und ist nur über eine raue, bucklige Steinpiste in der Wüste zu erreichen. Das Ritz besteht aus igluförmigen Gebäuden, die Gästebungalows sind ebenfalls in diesem Stil. Das Interieur besteht praktisch nur aus Stein und Stahl, lediglich ein Deckenventilator und Moskitonetz bieten Komfort. Dennoch ist dies eine sehr gelungene Einrichtung und sehr geschmackvoll umgesetzt. Abgesehen vom Krokodil zum Abendessen gibt es eine weitere exotische Begebenheit an diesem Ort: Während des Abendessens auf der Terrasse des Hotels, inmitten der Wüste, fällt für kurze Zeit der Strom aus. Dadurch fällt der Blick der dinnierenden Gäste auf den unvergleichlichen Nachthimmel, der in dieser Nacht aufgrund der Höhe, geringer Luftfeuchtigkeit und fehlender Lichtverschmutzung besonders eindrucksvoll ist. Einer der Gäste kann mit faszinierende Kenntnissen diesbezüglich unterhalten. Der offenkundige Hobbyastronom leitet in Österreich eine kleine Sternwarte und besucht Namibia u.a. um den nächtlichen Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre zu studieren. Er hat sogar Feldstecher und Laserpointer dabei und doziert interessant gundlegende astronomische Phänomene.
Trotz intensiver Lüftung ist unser Domizil immer noch sehr warm im Vergleich zur angenehm abgekühlten Luft der Wüste, dafür haben sich zahlreiche Insekten und Geckos eingefunden.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:06 AM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 6: Welwitschia Plants
Wir schlafen aus. Die Stadt und insbesondere auch der Strand sind in dichten Nebel gehüllt. Die verbleibenden Tage sind inhaltlich zu füllen. Wir visieren den südlichen Teil von Zentralnamibia an. Zuvor bietet sich ein Kurztrip in die lokale Wüste an, um die endemischen Welwitischa Pflanzen zu finden. Auf dem Weg dorthin soll eine surreale Wüstenszenerie zu entdecken sein. Von dort aus wird es nach Süden gehen. Via Walvis Bay werden wir nach Südosten fahren. Am letzen Tag der Reise soll der Naukluft Park und das Dünengebiet um Sossuveli erkundet werden.
Nach dem alles eingepackt ist, wird der Vormittag zum Souveniererwerb genutzt. Der touristische Markt in Swakopmund scheint dazu ideal. Nach dem Konsumgeschäft brechen wir in die Wüste auf. Der Abstecher zur Waschanlage bringt für 4 Euro ein blaues Fahrzeug unter der Dreckkruste hervor. Nach ein paar Kilometern fällt uns auf, dass wir nicht getankt haben. Der Tank ist fast leer, im Umkreis von 30km keine Menschenseele, geschweige denn eine Benzinquelle. Wir ignorieren das Problem. Die Straße wird zusehends schlechter und insbesondere die Wellblechstruktur der Oberfläche zermürbt das Fahrwerk. Teils hilft es, viel zu schnell zu fahren, dann springen die Reifen von einem Wellenberg zum nächsten. Nachteilig ist der enorme Kontrollverlust bei dieser Fahrweise, denn sandige Spurrillen bringen das Fahrzeug vom Kurs ab und erfordern enormes Geschick, um den zwangsläufigen Überschlag des Fahrzeugs abzuwenden. Auf dem Weg zu den Pflanzen bietet sich tatsächlich die versprochene Mondlandschaft. Eine bizarre Wüstenkulisse mit errodierten Flanken und zerklüfteten Spitzen breitet sich vor uns aus. Wir halten mehrmals an, um zu fotografieren. Wir treffen einen Touristen, der uns den Weg zu den Pflanzen weisen kann. Daher finden wir nur wenige Minuten später besagte Coniferen. Die absonderlichen Zwergbäume bestehen aus nur einem flachen Stamm mir zwei sehr ledrigen, festen Blättern, die nach und nach von Wind und Wetter zerzaust werden. Die Fähigkeit, Tau über die Blätter aufzunehmen erlaubt es dem Gewächs, in dem ariden Klima zu überdauern. Abgesehen von der harschen Witterung existieren keine Fressfeinde, die das linoliumähnliche Blattwerk verzehren könnten, abgesehen von schwarzen Nashorn. Letztes ist jedoch mensch-sei-dank quasi ausgerottet. So können diese Organismen mehrere hundert Jahre alt werden. Es dauert rund 70 Jahre bis sie blühen, ausnahmsweise werden sie bis zu 2000 Jahre alt.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:03 AM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 5: Swakopmund
Zufrieden fahren wir weiter nach Swakopmund. Dort ist die beste Option unserer Free&Easy Hotelliste schon ausgebucht, daher logieren wir im Strand Hotel; zwei Sterne und auch sonst ein gewisser Abstieg im Vergleich zu den vier Sternen der letzten Nacht. Mein Gram darüber verfliegt bei einem sehr guten und reichhaltigen Seafood-Mahl.
In der Stadt erregt unser KFZ Aufmerksamkeit. Die 400km im Etosha-Park über Schlammpisten und die folgende Tour durch die Wüste hat unser Auto gezeichnet. Wir haben versucht, die dicke Schlammschicht zu entfernen; die ist jedoch durch den trockenen Wüstenwind hart wie Beton. Touristen fotographieren unser Fahrzeug. Auch werden wird diesbezüglich angesprochen. Wir hatten nicht geplant, unseren Leihwagen waschen zu lassen, aber der aktuelle Zustand treibt dem Verleiher garantiert Sorgenfalten ins Gesicht. Immerhin könnte man so Mängel am Fahrzeug kaschieren. Wir haben jedoch keine zu verbergen, obschon man den braunen Klumpen unter der Motorhaube dazuzählen könnte.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:02 AM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 5: Cape Cross
Vom Etosha-Park soll es nun nach Westen an die Atlantikküste gehen. Wir wollen nach Cape Cross, um die dort ansässige Langohren-Seehundkolonie zu besuchen. Um dorthin zu gelangen, gibt es zwei grundsätzliche Routenmöglichkeiten: Man kann die gut ausgebauten, geteerten Hauptstraßen über Outjo, Kalkfeld und Karibib nach Swakopmund fahren; von dort aus macht man einen Abstecher nach Norden und erreicht Cape Cross. Oder man kann über Outjo, Khorixas und Twvelfontain durch das Kakofeld nach Torrabaai an der Skelleton Coast fahren und von dort aus nach Süden zum Cape Cross. Auf dieser anspruchsvollen Route sind u.a. nach Khorixas 500 km Schotterpiste zu bewältigen, sind über 1600m hohe Pässe zu überwinden sowie die menschen- und tankstellenlose Namibwüste zu durchqueren.
Die Wahl fällt uns leicht, und kurz vor Mittag nehmen wir Kurs auf Khorixas. Dort können wir noch einmal tanken, bevor es in die Wüste geht. An dieser Tanke sind die Bettler besonders aufdringlich und stecken sogar die Hände ins Fahrzeug. Wir flüchten daher so schnell wie möglich in die Wüste. Die Schotterpiste ist in gutem Zustand und quasi Schlaglochfrei. Nur an einigen wenigen Stellen ist eine Waschbrettoberfläche zu beklagen. Wir kommen daher flott voran. Etwa bei 120km/h pro Stunde ist unser Fahrzeug bzw. dessen Fahrwerk bei dem Staßenbelag im Grenzbereich. Dieser wird durch ungewollte Slides und wilde Drifts in den Kurven abgesteckt. Auf den ersten 100km begegnen wir keinem anderen Fahrzeug. Erst in den Bergen begegnen uns sehr sporadisch Fahrzeuge. Wir lernen schnell, dass der Staub- und Kieselschweif des Gegenverkehrs insbesondere der Verglasung abträglich ist. Die Landschaft wird wilder und karger. Es herrscht nur noch Krüppelbewuchs; die geologischen Phänomene wie Basaltberge dominieren die Kulisse. Von menschlichen Behausungen ist fast nichts mehr zu erkennen. Nur noch ab und zu entdecken wir Wellblechhütten, in denen vermutlich auch Menschen hausen. Womit diese ihr Auskommen bestreiten, ist uns unklar. Das Brandbergmassiv ist in der Ferne zu erkennen. Wie ein großer, schroffer Monolith ragt das isolierte Felsmassiv aus der Szenerie. Inzwischen ist es sehr warm. Wir sind zuvor mit offenem Fenster gefahren, inzwischen nutzen wir die Klimaanlage. An einer Straßenecke zögern wir kurz, um auf der Karte die Straßennummer zu verifizieren, als wir von einem Straßenhändler angesprochen werden. Der hatte offenbar im Schatten eines Straßenschildes mitten im Nirgendwo ausgeharrt. Er bietet allerhand Kristalle feil, die in allen Farben schimmern. Wir gehen davon aus, dass die aus einer nahegelegenen Mine der Region stammen. Auch sind einige Steine der Kollektion offenbar aus vulkanischer Aktivität. Ich lasse mir einen schönen Kristall aufschwatzen.
Die restlichen 200 Km durch die Wüste ziehen sich in die Länge. Die Temperaturen werden merklich ungemütlich. Die Piste ist eintönig, die Landschaft eben und attraktionslos. Wir begegnen nur zwei oder drei Autos, die alle freundlich gegrüßt werden. Wenige Km vor der Küste bricht die Temperatur plötzlich extrem ein. Innerhalb von 10km fällt die Temperatur von rund 40° auf 20° Lufttemperatur. Der kalte Benguela Strom (Atlantik) kühlt die Küstenwüste extrem ab. Wir biegen auf die C 34 nach Süden und erreichen bald Cape Cross. Der erste Weg führt uns zum NTL'Park. Die Dame am Eingang verlangt rund 9 Euro. Uns sind gerade die Devisen ausgegangen und wir müssen zwischen Tanken und Tierbeobachtung entscheiden. Die Entscheidung vertagen wir, indem wir einen ausgedehnten Strandspaziergang unternehmen. Das Meer ist hier tatsächlich nur 15° warm. Wir haben einen 5 km langen und 300 m breiten Sandstrand für uns. Es ist merklich diesig und empfindlich kühl. Shorts und T-Shirt sind nicht hinreichend. Insgeheim hoffen wir, über den Strand unbehelligt in den NTL'-Park zu gelangen. Das wird durch ein Hinweisschild untersagt. Wir können von dem Schild aus auch keine Seehunde entdecken. Etwas enttäuscht kehren wir zum Wagen zurück, da wir einige hundert Kilometer Umweg gefahren sind, um hierhin zu gelangen. Daher kehren wir zum Gate zurück. Dort befragen wir ein paar andere Touristen, ob überhaupt Tiere zu sehen sind. Das ist offenbar der Fall. Wir kippen unsere Entscheidung und verzichten auf Kraftstofferwerb zugunsten der Seehundsafari. Das bereuen wir nicht. Es sind tatsächlich mehrere tausend Tiere in der Kolonie und unvermittelt stehen wir inmitten dieser Kolonie. Der Lärm und Gestank der Szenerie sind absolut beeindruckend.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:00 AM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 5: Etoshadurchquerung
Wir stehen früh auf, um die ideale Zeit der Tierobservation im Park zu nutzen. Um 6:05 öffnet der Park und wir fahren von Namutoni in Richtung Westen zum Anderson Gate. Unterwegs wollen wir den Rhino Drive und Oilifantdrank besuchen. Diese versprechen große herbivore Säugetiere und mit ein wenig Glück auch Fleischfresser. Es ist noch nicht ganz hell, als wir die Pfanne erreichen und große Herden von Gnus und Antilopen passieren. Einige Tiere stehen direkt auf dem Weg. Wir haben sie gestern schon abgelichtet und verkneifen uns mit Mühe, die Hupe einzusetzen. Wir passieren den Rhino Drive, an dem nur ein paar Kothaufen die Präsenz der Großsäuger preisgeben. Auf den folgenden Strecken durch den Park begegnen wir nur den vom Vortag entdecktenTiergattungen. Etwas enttäuscht passieren wir das südwestliche Gate. Der jungen Dame, die dort die Gebühren eintreibt, gaukeln wir vor, aus Südafrika zu kommen. Das drückt den Preis (aus uns unverständlichen Gründen) erheblich.
sqeezer (Apr 23, 2007 - 11:59 PM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 4: Etosha Park Stippvisite
Der Etosha Park ist einer der interessantesten Wildreservate im südlichen Afrika. Hier leben einige hundert Säugetierarten und zahlreiche Vögel, Reptilien und Insekten. Einige der Gattungen sind sogar endemisch. Wir sind auf das aus, was eigentlich alle wollen, die 'big five': Löwe, Elefant, Nashorn, Zebra, Giraffe.
Wir brechen ohne Frühstück auf und erreichen sofort das östliche (van Lindequist) Gate. Hier wird kurz Kennzeichen und Personenzahl notiert, bevor wir eingelassen werden. Danach geht es über 5 km bester Piste direkt zum Namutoni Camp, eines der wenigen "Hotels" im Park. Das Gebäude hat den Charme einer postkommunistischen Bauruine. Interessanterweise ist das Gelände sicher umzäunt; diesmal jedoch um die Wildtiere auf Distanz zu halten. Wir lassen die Touristenherberge erstmal links liegen und biegen nach Norden in Richtung Fisher's Pan ab. Unterwegs begegnen wir zahlreichen Tieren. Antilopen, Springböcken, Dik-Diks. Wir sind beide nicht sicher in der Klassifikation der Wildtiere und wir können aufgrund der Vielfalt nur noch grob zuordnen. Die Tiere sind an Fahrzeuge bzw. Menschen gewöhnt; man kann bis auf wenige Meter an fressende Antilopen heranfahren. Obwohl Aussteigen im gesamten Park nicht gestattet ist, gelingen uns dadurch dennoch beeindruckende Fotoaufnahmen. Antilopen und Gnus sind praktisch omnipräsent, seltener sehen wir Schakale, Erdmännchen und Warzenschweine. Nach wenigen Kilometern müssen wir aprupt halten. Vor uns steht ein riesiger Elefantenbulle auf der Fahrbahn. Das mächtige Männchen ist hoch wie ein LKW und lässt uns im Golf nervös werden. Wir halten daher gebührenden Abstand von rund 100 Metern und warten mit getretener Kupplung, was der Koloss tun wird. Der ist friedlich gelassen und trottet behäbig ins Unterholz. Auch gelingt es uns, diese Szene im Bild festzuhalten. Auf dem weiteren Weg begegnen wir noch weiteren exotischen Tieren. Unter einen Baum entdecken wir ein paar faulenzende Löwen.
Die Strassen des Parks sind nicht geteert, die Oberfläche erinnert an grauen Lehm. Dieser ist von der auslaufenden Regenzeit durchfeuchtet, dadurch haben wir glücklicherweise keine Probleme mit Staub. Unser Leihwagen ist jedoch schnell besudelt, die zahlreichen Schlammstellen ruinieren den noch unbefleckten Eindruck unseres jungen Gebrauchtwagens. Nach rund 30 weiteren km erreichen wir wieder Namutoni und kehren zum Mittagessen dort ein. Das Buffet dort ist gut, es wird u.a. Kudogeschnetzeltes geboten, das mit Zwiebeln und Paprika auf Reis ein vortreffliches Mahl abgibt. Nachmittags schlagen wir rund 80 km durch das südöstliche Etosha-Gebiet die Route zum Camp 'Halali' ein. Unterwegs kreuzen viele Tiere unseren Weg, doch wirklich beeindruckt sind wir von den Giraffen und Elefanten, die friedlich fressend nahe der Strasse zu beobachten sind. An vielen Stellen der Route ist ein Blick über die Salzebene 'Etosha-Pfanne' möglich. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so weites, freies und ursprüngliches Land gesehen zu haben. Wir bilden uns ein, die Erdkrümmung zu erkennen. Bei Sichtweiten von fast 100 km ist das nicht wirklich abwegig.
Halali ist ein weiteres unspektakuläres Camp; wir tanken hier nur nach und kehren postwendend in Richtung Osten zum van Lindquist Gate um. Der äußere Eindruck des Golf leidet unter dem unfesten Bodenbelag der teils feuchten Piste. Zum einen akkumulieren sich Schlamm und Dreck am Exterieur, zum anderen ist der nach unten offene Motor inzwischen monochrom schlammfarben. Insbesondere die Frontscheibe ist nur noch an den Stellen zu durchschauen, an denen die Wischer gegen die Verschmutzung angekämpft haben.
Trotz des guten Mittagessens entscheiden wir uns für das Abendbuffet der Mokuti Lodge. Für zwölf Euro p.P. essen wir uns durch die lokale Fauna. Insbesondere Strauss und Oryx landen auf unserem Teller. Dazu gibt es einige lokale Biere.
sqeezer (Apr 23, 2007 - 11:54 PM / vor 1 Jahr(en) 21 Tag(en) geschrieben)
Tag 3: Roadtrip nach Etosha
Jaque erweist sich als überaus freundlich und hilfsbereit. Nach einigem telefonischen Hin und Her, hat er herausgefunden, dass er das Voucher akzeptieren kann. Auch haben wir inzwischen Daniela telefonisch kennengelernt. Sie ist die hiesige Vertretung unseres deutschen Reiseunternehmens. Wir unternehmen noch eine kurze Visite bei dem Apothekerpärchen, tauschen Kontaktdaten aus und verabschieden uns. Wir hätten noch gerne eine Wassersafari zu den Hippos und Krokodilen unternommen; aufgrund des Hochwassers ist dies jedoch nicht möglich.
Im Anschluss daran nehmen wir die Strecke Katima Mulilo nach Etosha in Angriff. Die 1000 km sind in sieben Stunden bewältigt. Dabei sind wir einer kleinen Gruppen Warzenschweine begegnet, die sich am Roadkill bedient haben. Die einheimischen Fahrer hupen, sobald sich einer der zahlreichen Fußgänger auf der Straße zeigt. Das haben diese offenbar derart verinnerlicht, dass ein Fußgänger auf die Straße hastete ohne sich nach dem Verkehr (uns) umzusehen. Die Kollision konnte nur knapp vermieden werden. Seitdem ruht nicht nur der Fuß auf dem Bremspedal, sondern auch die Hand auf der Hupe.
Nach Sonnenuntergang suchen wir wieder nach einer Bleibe und finden ein Schild der Mokuti Lodge. Ein schneller Vergleich mit der 'Free&Easy' Hotelliste bestätigt, dass die Unterkunft an diesem System partizipiert. Die Lodge ist beeindruckend. Eigene Schlangenfarm. Eigener Flughafen mit 2 km Landebahn. Vier Sterne. 250m^2 Pool. Frei laufende Oryxantilopen auf dem Hotelgelände. Nach drei Tagen durch eine Region, in der ein gehobener Angestellter weniger als 70 Euro pro Monat zur Verfügung hat, verkneifen wir uns die Scham und genießen den Luxus der Akkomodität. Sogar kennt der freundliche Rezeptionist unser Hotelvoucher an. Auch ist nun die Viktoria-Falls Exkursion abgeschlossen, die Reiseumstände des Landes evaluiert und somit kann der restliche Trip geplant werden. So werden wir morgen noch in diesem Hotel bleiben und erst Sonnabend durch den Park nach Westen fahren. Den Sonntag werden wir Swakopmund und Walvis Bay widmen. Im Lauf des Montag trödeln wir dann die gut 400 Km bis Windhoek zurück und verbringen dort die letzte Nacht vor dem Rückflug. Die Fahrt durch den Etosha-Park ist nicht so einfach wie durch den Bwabwata-Park. Zum einen existiert keine geteerte Straße, zum anderen diktiert der Tagesrythmus der Tiere, zu welcher Uhrzeit der Park am attraktivsten ist. Daher werden wir morgen (Tag 4) ein paar kurze Abstecher in den Park unternehmen, um tagaktive Tiere, i.d.R. Herbivore wie Gnus und Antilopen zu beobachten. Übermorgen (Tag 5) werden wir sehr früh aufbrechen, um vor Sonnenaufgang in den Park zu gelangen. Wir versprechen uns Tiere zu entdecken, die in dieser Zeit aktiv sind. Bspw. für Elefanten ist dies eine gute Zeit.
sqeezer (Apr 20, 2007 - 10:46 PM / vor 1 Jahr(en) 24 Tag(en) geschrieben)
Tag 2: Victoria Fälle
Nach knapp acht Stunden ist die Nacht zu Ende. Wir fahren ins Dorf und suchen die Apotheke, um uns von dem gastfreundlichen Pärchen zu verabschieden. Der Doktor hat inzwischen unseren Tourguide Jannemann kontaktiert. Er wird uns zu den Viktoria-Fällen bringen. Eigentlich wäre es auch möglich gewesen, mit dem eigenen Auto die verbleibenden 200 km zurückzulegen, doch ist der Grenzwechsel zwischen Namibia und Sambia nicht unproblematisch. Zum einen ist unser Wagen dort nicht mehr versichert, zum anderen ist der bürokratische Akt hinsichtlich Zoll und Visas zu beachten. Auch ist die unklare Sicherheitslage in Zambia im Lonley Planet aufgezeigt. Daher scheint uns das stolze Salär von 180 Euro für die Tagestour angemessen. Retrospektiv ist der Grenzwechsel im eigenen (Leih-)Wagen unproblematisch durchführbar. Die Beamten waren beiderseits sehr freundlich und bemühten teilweise einige Brocken Deutsch.
Nach rund zwei Stunden erreichen wir die Fälle, bekommen jedoch nur die Gischt aus der Ferne zu sehen. Das Helipad liegt rund 5 km entfernt. Unser Flug wird um 2 Uhr möglich sein. Die Wartezeit überbrücken wir mit einem sehr guten Mittagessen an einer nahegelegenen Lodge. Der Helikopterflug führt vom Pad direkt zu den Fällen. Der Pilot erklärt kurz die Fakten des Weltwunders und kreist diverse Male über den Fällen. Auf dem Weg zurück zum Landeplatz gibt es noch einen kleinen Abstecher über einen offenbar tierleeren Park. Der Flug war subjektiv enttäuschend. Die Fälle waren aus der Flughöhe zwar gut zu erkennen, aber die Dimension und Urgewalt der Flut nicht zu erfahren. Jannemann hatte daher die gute Idee, zu Fuß die Fälle aus nächster Nähe zu besuchen. Das ist leider nicht einfach, da die Fälle auf der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe liegen. So muss man durch weitere Zollformalitäten, will man die Fälle in Gänze betrachten. Die östlichen Fälle 'East Cateract' sind jedoch noch von Sambia aus zu erreichen. Für ein Zehntel des Helikopterfluges als Eintrittsgebühr bekommt man ein gewaltiges Naturschauspiel hautnah zu spüren. Z.Zt. ist an den Fällen Hochwasser und somit stürzt etwa 10x mehr Wasser als üblich zu Tal. Dadurch ist der Pfad direkt gegenüber den Fällen extrem feucht. Um die Kamera zu transportieren, kann man Plastiksäcke mieten. In Sekunden sind wir bis auf die letzte Faser durchnässt. Wir benötigen die ganze Fahrt, um wieder zu trocknen.
Zurück in Namibia checken wir in der Zambesi Lodge ein. Das Etablissement ist auf unsere Liste der gebuchten 'Free&Easy' Hotels verzeichnet. Vor Ort scheint jedoch noch niemand etwas von diesem System gehört zu haben. Vorerst checken wir daher per Kreditkarte ein und hoffen am nächsten Tag die Situation mit Jaque dem Manager zu klären. Zum Abendessen gibt es herrliche Antilope mit Backkartoffeln. Die Zambesi Lodge liegt, wie der der Name schon suggeriert, direkt am Fluss. Daher ist auch beim Abendessen unter freiem Abendhimmel lange Garderobe angebracht.
sqeezer (Apr 20, 2007 - 10:40 PM / vor 1 Jahr(en) 24 Tag(en) geschrieben)
Tag 1: Ankunft in Katima Mulilo
Um 21 Uhr kommen wir in Katima Mulilo an, ein Dorf direkt am Sambezifluss gelegen. Zu dieser späten Nachtzeit ist es recht schwierig eine Unterkunft zu finden, da praktisch keine Schilder o.ä. beleuchtet sind, die auf ein Hotel hinweisen. Unser erster Versuch eine Bleibe zu finden schlägt fehl, die günstige Herberge ist voll ausgebucht. Am Fluss muss noch ein Lodge sein, daher tasten wir uns am Sambezi in Richtung Osten vor. Wir sind uns nicht sicher, ob wir richtig sind, als wir an einem Zaun ein paar Weisse sehen, die wir nach dem Weg fragen. Nach einem kurzen Plausch werden wir von der Gruppe eingeladen, bei ihnen zu nächtigen. Prompt öffnet einer der neuen Bekannten das Tor zu seinem Anwesen und uns wird ein Platz in seiner Garage zur Verfügung gestellt. Die Bewohner des Hauses sind die hiesigen Apotheker sowie der Arzt des Dorfes. Alle stammen ursprünglich aus Südafrika und sprechen fließend Englisch neben ihrer Muttersprache Afrikaans, das stark dem Niederländischen ähnelt. Wir kommen im Wohnhaus der Apotheker Brent und Marlies unter. Zum Abschluss des Tages sitzen wir noch mit dem Arzt, der im Nebenhaus lebt, zum Wein zusammen. Dabei erhalten wir noch einen Kontakt zu jemandem der uns am Folgetag zu den Fällen bringen kann. Wir sind direkt am Zambezi, Moskitos sind omnipräsent, Straßenschilder warnen vor Malaria und HIV gleichermaßen, letzteres lässt sich leicht vermeiden. Glücklicherweise hat mein Gästebett ein Moskitonetz.
sqeezer (Apr 20, 2007 - 10:39 PM / vor 1 Jahr(en) 24 Tag(en) geschrieben)
Tag 1: Auf dem Weg nach Katima Mulilo
Die Anreise nach Windhoek ist unkompliziert, das mondände Fly&Rent klappt auch in dieser Region reibungslos. Etwas Unruhe verursachte die Randbemerkung des Verleihers, doch auch die 6500 NAD (650 Euro) Selbstbeteiligung zu signieren. Nach einem kurzen Studium der AGB von Holidayautos, bei dem das Auto ohne Selbstbehalt gebucht wurde, war auch diese Hürde genommen: Im Schadensfall übernimmt Holidayautos die Selbstbeteiligung. Rund 30 Minten später sitzen wir also im Leihwagen und fahren los.
Bei der Auswahl des Fahrzeugs gibt es in Namibia eigentlich nur die Frage ob Landrover oder Landcruiser, mit dem Golf I im ultimativen Süd-Afrika-pimp-Look sind wir dennoch bestens zufrieden. Auch der Linksverkehr stellt keine Herausforderungen, denn nach den 45 km auf der fast leeren Piste von Flughafen nach Windhoek ist der Habitus des Linksverkehr assimiliert. Windhoek selber machte auf uns einen eher tristen Eindruck. Trotz partiell boomender Metropole,ist die ubiquitäre Armut der schwarzen Majorität nicht zu übersehen. Auch der zentrale Parkplatz an der Independence-Road festigt diesen Eindruck. Hier zwängen sich wohlbeleibte Herren weisser Hautfarbe aus ihrem Mercedes oder SUV-Monströsität. An vielen Stellen hocken schwatzend Dunkelhäutige und beobachten das Geschehen. Menschen mit Verfolgungwahn sind hier fehl am Platz. Es vergeht keine Minute, ohne von irgendeinem der scheinbar Relaxenden angesprochen zu werden. Es geht dabei immer um das Eine: Geld. Manche bieten dafür eine Gegenleistung in Form von geschnitzten Kastanien, Elefanten usw., andere wollen eine gegenleistungsfreie Spende. Dabei wechseln sie sich ab, ähnlich wie Löwen beim Fressen. Es scheint auch hier eine Hackordnung zu geben, wer den willfährigen Touristen als erstes ansprechen darf. Wir verlassen daher Windhoek-Downtown schnell, kaufen auf einer Ausfallstraße ein paar Gallonen Wasser und fahren gen Norden. Die Straßen sind sehr gut und wir kommen schnell voran. 120 km/h sind auf den Straßen legal. Am frühen Nachmittag lassen wir Grootfontain hinter uns und fahren weiter Richtung Rundu. Hier tauchen erstmals Schilder mit dem Etappenziel Katima Mulilo auf; noch 830 km sind zu fahren. Etwa 300km sind noch zu bewältigen, als es dunkel wird. Wir passieren den Okavango und stehen am Gate des Bwabwata Nationalparks. Dort kontrolliert wieder mal ein Soldat unsere Papiere und notiert akribisch die Einfahrtszeit in den Park. Im Scheinwerferlicht entdecken wir eine etwa handtellergroße Spinne. Wir weisen den Soldaten auf das Tier hin; der tritt beherzt zu und die Spinne macht einen ungewollten Flug in Richtung Dschungel.
Von dem Park selbst sehen wir nicht viel; es ist stockdunkel und wirklich niemdand außer uns ist auf der Straße. Eigentlicht wollen wir nur die 180 km hindurch. Die Tempolimitschilder werden daher geflissentlich ignoriert, der Golf erreicht nahezu Endgeschwindigkeit. Dann passiert das, womit wir als Nordeuropäer nicht gerechnet haben. Direkt neben der Straße steht ein mächtiger Elefantenbulle im Gras und zelebriert sein Abendmahl. Bevor wir vollends realisiert haben was da stand, sind wir vorbei gefahren. Danach war klar, dass sowohl die Kamera griffbereit gehalten, als auch die Geschwindigkeit angepasst werden muss. Auf den kommenden 150 km durch den Park begegnen wir vier weiteren Elefanten und diversen Wildhunden, leider auch ein paar Schlangen, die auf dem warmen Asphalt nächtigten. Auch scheinen Eulen die warme Straße zu bevorzugen. Beide Tiergattungen sind vom Auto aus kaum auszumachen und daher wird ein adäquates Ausweichen nahezu unmöglich.
sqeezer (Apr 20, 2007 - 10:24 PM / vor 1 Jahr(en) 24 Tag(en) geschrieben)
Links
Übersicht:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/49/NamibiaDetailFinal.jpg
Gute Karte(n):
http://85.10.209.102:8080/ka-map/?map=namibia&cps=7148.889639599594,6884.856782177338,5670
sqeezer (Apr 16, 2007 - 11:14 AM / vor 1 Jahr(en) 29 Tag(en) geschrieben)
Planung
Irgendwie bin ich zu einem Flug nach Namibia gekommen. Nun muss die Woche Aufenthalt dort sinnvoll geplant werden. Das ist leichter gesagt als getan. Zum einen gibt es dort viel zu sehen, zum anderen auch eine Reihe an Widrigkeiten, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.
In Namibia muss man sich aufgrund der begrenzten Zeit und der großen Distanzen auf wenige Regionen beschränken. Die Auswahl fällt dabei zugunsten der interessanten Nordregionen aus, da diese vergleichsweise dicht beieinander liegen. Im Wesentlichen sind dies Etosha-Pfanne und Skelett-Küste, sowie Walfis Bay und Swakopmund. Schaut man ein wenig über den Tellerrand, lassen sich weitere interessante Ziele ausmachen: Darunter die Victoria Fälle, eines der (natürlichen) Weltwunder. Letztere sind schwer zu erreichen: Zum einen liegen sie in dem 1500 km von Windhoek entfernten Vierländereck Namibia/Botswana/Simbabwe/Samibia, zum anderen in einem notorischen Malaria-Tropicana Gebiet. Auch fallen die Sicherheitsbetrachtungen des Auswärtigen Amtes von Sambia und Simbabwe aufgrund politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten deutlich negativ aus. Das klingt nach einer Herausforderung.
Der Reiseplan sieht also vor, so "schnell" wie möglich zu den Fällen zu fahren und von dort aus über Etosha, Skeleton Coast nach Windhoek zurückzukehren. So kann der Trip jederzeit an die noch verbleibende Zeit angepasst werden. Der Mietwagen ist schon gebucht: Ein Golf I mit Klimaanlage, Vollkasko und 55L Tank. Der wird in Windhoek mit zusätzlichen Wasser- und Benzintanks gepimpt, um für die Nordroute via Livingstone gerüstet zu sein.
Heute abend ist Abflug. Nun ist Zeit zu packen und letzte Einkäufe zu tätigen.
sqeezer (Apr 16, 2007 - 10:37 AM / vor 1 Jahr(en) 29 Tag(en) geschrieben)
Bilder
Naukluftberge und Piste (Apr 25, 2007 - 12:07 PM)
Sonnenuntergang am Okawango (Apr 25, 2007 - 11:45 AM)
Badeoptionen im Sambezi (Apr 25, 2007 - 11:44 AM)
Ende Gelände im Sossusvli Canyon (Apr 25, 2007 - 11:44 AM)
Sonnenaufgang im Etosha-Park (Apr 25, 2007 - 11:43 AM)
Östlicher Katerakt (Apr 25, 2007 - 10:40 AM)
Westlicher Katerakt (Devils Pot) an den Fällen (Apr 25, 2007 - 10:40 AM)
Victoria Fälle (Apr 25, 2007 - 10:38 AM)
Strauss in der Naukluft-Wüste (Namib) (Apr 25, 2007 - 10:38 AM)
Ohrenrobbe bei Cape Cross (Apr 25, 2007 - 10:37 AM)
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Kommentare
Hi Sqeezer - hab mal wieder hier vorbeigeschaut und was sehe ich? Der Sqeezer war wieder on the road. Sehr beeindruckend der Trip.
oli (May 22, 2007 - 11:59 AM)
Hi Squeezer, cooler Bericht! Und die Fotos, nicht schlecht. Entschuldige, dass die Seite weg war, wüsste selbst gern woran das liegt.
Gruß.
Kevin (Apr 26, 2007 - 12:59 PM)
Das ist hier alles nicht so einfach. Ich habe grade keinen Bilder-verkeinerer-dingsi zur hand. Daher muss das mal eben warten.
sqeezer (Apr 24, 2007 - 12:23 AM)
Klingt ja alles viel versprechend.
Muslar (Apr 22, 2007 - 11:49 AM)
Ich bin auf die Fotos vom Golf gespannt.
Ihr macht ja ganz gut Kilometer, schön zu wissen, dass die einzigen unenspannten Situation durch Malaria und HIV zu entstehen scheinen. Kann man auf Elefantenbullen eigentlich auch reiten? ;)
fabian (Apr 21, 2007 - 1:57 PM)
Ja, sicher -alles im Lack. Nur haben die hier kein Internet.
:-(
sqeezer (Apr 20, 2007 - 10:52 PM)
Und, schon gut angekommen?
MUslar (Apr 19, 2007 - 8:17 PM)